Bei Baudenkmalen ist die Fassade oft das, was geschützt ist. Eine Außendämmung scheidet dann aus, und die Innendämmung wird zur Option der Wahl. Sie hat einen schlechten Ruf – zu Unrecht, wenn sie richtig geplant wird.
Das eigentliche Problem: Feuchte
Wird innen gedämmt, bleibt die Außenwand im Winter kälter als vorher. Wasserdampf aus der Raumluft, der in die Konstruktion gelangt, kann dort kondensieren. Ob und wie viel, hängt vom Wandaufbau, vom Material der Dämmung, vom Schlagregen auf der Fassade und vom Nutzerverhalten ab. Genau deshalb reichen Faustregeln nicht.
Hygrothermische Simulation
Wir rechnen das Feuchteverhalten des geplanten Aufbaus über mehrere Jahre durch – mit den Klimadaten des Standorts und den realen Materialkennwerten. So lässt sich vorher sagen, ob die Konstruktion austrocknet oder Feuchte anreichert. Erst dann wird über Dämmstoff, Dicke und Details entschieden.
Kapillaraktive Systeme wie Calciumsilikat oder Holzfaser können anfallende Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. Ob sie die richtige Wahl sind, entscheidet die Rechnung – nicht das Prospekt.
Die Details entscheiden
- Balkenköpfe in Holzbalkendecken sind die kritischste Stelle – sie brauchen eine eigene Betrachtung.
- Fensterlaibungen und einbindende Innenwände müssen mitgedämmt werden, sonst entstehen dort Wärmebrücken mit Schimmelrisiko.
- Schlagregenschutz der Fassade ist Voraussetzung – ein sanierter Putz oder eine hydrophobierte Oberfläche gehört oft dazu.
Abstimmung mit der Denkmalbehörde
Maßnahmen an Baudenkmalen sind genehmigungspflichtig. Wir stimmen die Planung frühzeitig mit der Unteren Denkmalbehörde ab, damit sie genehmigungsfähig bleibt – und nutzen die Sonderregelungen, die für Baudenkmale bei Anforderungen und Förderung gelten.
Trifft das auf Ihr Gebäude zu?
Wir beraten in Aachen und München – bevor die Planung Fakten schafft.
